Rückgang von Niederwild in Nordrhein Westfalen

Der Wildbestand im Münsterland hat in den letzten 10 Jahren überdurchschnittlich abgenommen. Die Gründe dafür sind noch nicht ausreichend geklärt.  Sicher ist jedoch, dass das Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren, wie intensive Landwirtschaft, Anwendung neuartiger Wirkstoffgruppen im Pflanzenbau, aber auch extreme Wetterereignisse von Hagel bis Sturm sowie die Verkleinerung der Bestände durch Raubwild eine entscheidende Rolle spielt. Steigende Ansprüche an die landwirtschaftlichen Erträge führen zu kürzeren Bewirtschaftungsintervallen auf den Feldern. Dadurch werden Versteckmöglichkeiten und ruhige Rückzugsräume für Wildtiere geringer.  Die sinkende Artenvielfalt von Wildkräutern und Insekten schränken zudem das Nahrungsangebot ein.

Wie viele Hasen, Fasanen und Co. tatsächlich im Münsterland leben, lässt sich schwer ermitteln, da eine flächendeckende Erfassung nur in Teilen erfolgt. Rückschlüsse über grobe Tendenzen lassen sich aus den jährlichen Streckenmeldungen, also den Angaben, wie viele Tiere geschossen oder überfahren wurden ziehen. Diese Angaben sind aber lediglich ein Indikator und spiegeln nicht den tatsächlichen Zustand in der freien Landschaft wieder.
Ein Großteil der Jäger beispielsweise kennt die Niederwildbesätze sehr genau und hat die Bejagung in den letzten Jahren angepasst und stark reduziert, um die Besätze nicht noch zusätzlich zu schwächen. Dieser Umstand zeigt sich im gesamtem Münsterland und soll grafisch am Beispiel des Kreises Warendorf verdeutlicht werden.
Der Kreis Warendorf ist traditionell ein niederwildreicher Landkreis mit einer für das Münsterland charakteristischen Landschaft. Die Entwicklungen zeigen auch hier eine überdurchschnittliche Abnahme einiger Niederwildarten.

Niederwildstrecken im Kreis Warendorf

Datenquelle: Untere Jagdbehörde Kreis Warendorf.

Fasane

  • 2007: 23.400 Tiere
  • 2012: 15.600 Tiere
  • 2016: 5.200 Tiere

%

Rückgang

Feldhasen

  • 2007: 23.400 Tiere
  • 2012: 15.000 Tiere
  • 2016: 6.800 Tiere

%

Rückgang

Wildtauben

  • 2007: 40.500 Tiere
  • 2012: 25.500 Tiere
  • 2016: 18.300 Tiere

%

Rückgang

Wildkaninchen

  • 2007: 4.000 Tiere
  • 2010: 3.800 Tiere
  • 2016: 2.700 Tiere

%

Rückgang

Das Projekt
„Hegebeauftragter für das Münsterland“

Der Landesjagdverband NRW e.V., der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer e.V. und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband e.V. schufen 2016, gemeinsam mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, das Projekt „Hegebeauftragter für das Münsterland“. Die Umsetzung verschiedener Maßnahmen hat das Ziel dieser Entwicklung entgegen zu wirken.

Zusammen mit Revierpächtern und Landwirten plant der Hegebeauftragte Maßnahmen für den Schutz des Niederwildes, welche die Landschaft aufwerten und die Struktur- sowie die Artenvielfalt erhöhen.

Er berät bei naturschutzfachlichen Fördermaßnahmen und macht Vorschläge für niederwildfreundliche Anbauweisen auf Äckern, Wiesen und Weiden. Aber auch Anregungen zur Ausgestaltung von Gewässern und Waldrändern gehören zu seinen Aufgaben.

Gemeinschaftlich gestalten alle Akteure eine niederwildfreundliche Landschaft und sichern damit langfristig einen widerstandsfähigen, artenreichen Niederwildbestand.

Pressebeitrag über das Projekt Hegebauftragter in einem Revier in  Hopsten

Quelle: ivz-aktuell.de

Ansprechpartner:

Hendrik Specht
M.Sc. Landschaftsökologie
Tel.: 0251/ 41 75 187
Fax: 0251/ 41 75 175
specht[at] kulturlandschaft.nrw

Mitmachen und Vorteile genießen:

Beratung in Bezug auf Arten- und Biotopschutz

Beratung im Bereich von land- und forstwirtschaftlichen Fördermaßnahmen

Nutzung von Maßnahmenpaketen in Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer

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Begleitung und Betreuung von Agrarumweltmaßnahmen, Greening, Vertragsnaturschutz

Nutzung verschiedener Förderungen (Greeningprämie, AUM, Vertragsnaturschutz)

Kostenfrei

Die Beratung wird finanziert aus Mitteln der Jagdabgabe und ist für die Teilnehmer kostenfrei!

 

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