Was ist eigentlich Niederwild?

Was ist eigentlich Niederwild?

Die Begriffe Hochwild und Niederwild haben ihren Ursprung im Mittelalter. Der hohe Adel beanspruchte das Recht zur Jagd auf „edle Wildtiere“, wie Hirsche oder Wildschweine für sich.  Der niedere Adel hingegen musste sich mit der Jagd auf „einfache Wildtiere“ begnügen. Klassischerweise werden zum Niederwild Feldhasen, Rebhühner, Fasane, Stockenten, Kaninchen und Rehe gefasst. Es zählen aber auch noch eine ganze Reihe weiterer Tierarten dazu, wie z.B. Dachs, Fuchs oder Marder.

 

Rückgang von Niederwild in Nordrhein Westfalen

Der Wildbestand im Münsterland hat in den letzten 10 Jahren überdurchschnittlich abgenommen. Die Gründe dafür sind noch nicht ausreichend geklärt.  Sicher ist jedoch, dass das Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren, wie intensive Landwirtschaft, Anwendung neuartiger Wirkstoffgruppen im Pflanzenbau, aber auch extreme Wetterereignisse von Hagel bis Sturm sowie die Verkleinerung der Bestände durch Raubwild eine entscheidende Rolle spielt. Steigende Ansprüche an die landwirtschaftlichen Erträge führen zu kürzeren Bewirtschaftungsintervallen auf den Feldern. Dadurch werden Versteckmöglichkeiten und ruhige Rückzugsräume für Wildtiere geringer.  Die sinkende Artenvielfalt von Wildkräutern und Insekten schränken zudem das Nahrungsangebot ein.

Wie viele Hasen, Fasanen und Co. tatsächlich im Münsterland leben, lässt sich schwer ermitteln, da eine flächendeckende Erfassung nur in Teilen erfolgt. Rückschlüsse über grobe Tendenzen lassen sich aus den jährlichen Streckenmeldungen, also den Angaben, wie viele Tiere geschossen oder überfahren wurden ziehen. Diese Angaben sind aber lediglich ein Indikator und spiegeln nicht den tatsächlichen Zustand in der freien Landschaft wieder.
Ein Großteil der Jäger beispielsweise kennt die Niederwildbesätze sehr genau und hat die Bejagung in den letzten Jahren angepasst und stark reduziert, um die Besätze nicht noch zusätzlich zu schwächen. Dieser Umstand zeigt sich im gesamtem Münsterland und soll grafisch am Beispiel des Kreises Warendorf verdeutlicht werden.
Der Kreis Warendorf ist traditionell ein niederwildreicher Landkreis mit einer für das Münsterland charakteristischen Landschaft. Die Entwicklungen zeigen auch hier eine überdurchschnittliche Abnahme einiger Niederwildarten.

Niederwildstrecken im Kreis Warendorf

Datenquelle: Untere Jagdbehörde Kreis Warendorf.

Fasane

  • 2007: 23.400 Tiere
  • 2012: 15.600 Tiere
  • 2016: 5.200 Tiere

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Rückgang

Feldhasen

  • 2007: 23.400 Tiere
  • 2012: 15.000 Tiere
  • 2016: 6.800 Tiere

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Rückgang

Wildtauben

  • 2007: 40.500 Tiere
  • 2012: 25.500 Tiere
  • 2016: 18.300 Tiere

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Rückgang

Wildkaninchen

  • 2007: 4.000 Tiere
  • 2010: 3.800 Tiere
  • 2016: 2.700 Tiere

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Rückgang

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